Interkulturelle Kommunikationstrainings: Können sie durch KI ersetzt werden?

17. März 2024  

Annegret Pille-Hentschel

Übernimmt bald die Künstliche Intelligenz?

Diese Woche habe ich an einer Veranstaltung teilgenommen, die sich mit Women in Tech und Künstlicher Intelligenz befasst hat. Beide Elemente tragen unfassbar viel Potential in sich, die Kombination aus beidem noch viel mehr. Als Mitarbeiterin eines globalen IT-Konzerns habe ich mich vor mehr als einem Jahr dazu entschieden, ein Unternehmen für interkulturelle Kommunikationstrainings zu gründen. Die Motivation dafür habe ich mein gesamtes Berufsleben über jeden Tag erlebt, in allen Unternehmen, für die ich bisher tätig war. Die Bedeutung von angemessener Kommunikation ist elementar, wenn man über kulturelle Grenzen hinweg zusammenarbeitet. Mitten während des Events schossen mir mehrere Fragen durch den Kopf:

  • Kann man Interkulturelle Trainings, die auf langjährigen Erfahrungen und Expertise basieren, durch Künstliche Intelligenz ersetzen? 
  • KI gibt es aktuell schon in sehr vielen Sprachen, aber inwieweit berücksichtigt KI bei den Antworten die kulturellen Aspekte von Sprache, zum Beispiel direkte und indirekte Kommunikation?

Ich habe viel darüber nachgedacht und natürlich auch die Künstliche Intelligenz gefragt. Zu folgenden Schlussfolgerungen bin ich gekommen:

1. Kulturelles Verständnis und Empathie:

Interkulturelle Kommunikation erfordert menschliches Einfühlungsvermögen und das Verständnis für kulturelle Nuancen, Werte und Normen. KI-Systeme können Daten erfassen und Muster analysieren, aber emotionale und nonverbale Kommunikation geht nicht zu automatisieren.

2. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Interkulturelle Kommunikation ist unmittelbar situationsabhängig. Man muss flexibel agieren und kommunizieren und in der Lage sein, sich auf verschiedene kulturelle Kontexte einzustellen. Ein KI-System kann diese Kompetenz höchstwahrscheinlich nicht ersetzen.

3. Zwischenmenschliche Beziehungen, Emotionen und Vertrauen: Zwischenmenschliche Beziehungen und Vertrauen spielen überall, vor allem auch in der Arbeitswelt, eine wichtige Rolle in der interkulturellen Kommunikation. Menschen fühlen sich oft wohler und vertrauen eher auf andere Menschen als auf Maschinen. Der menschliche Faktor, wie emotionale Intelligenz, lachen, Geschichten teilen, also grundlegend die Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Verbindung, kann wohl kaum von KI reproduziert werden.

Oldt typewriter with MACHINE LEARNING note

4. Was reinkommt, kommt raus: KI wird mit unendlich vielen Texten trainiert, die aus verschiedenen kulturellen Kontexten stammen. Diese Daten enthalten oft Beispiele für direkte und indirekte Kommunikation in verschiedenen Sprachen und Kulturen, und durch das Analysieren dieser Textdaten lernt die KI, Muster und Unterschiede in der Verwendung von Kommunikation in verschiedenen Sprachen zu erkennen.

Mein persönliches Fazit: KI Tools können einige Aspekte von interkultureller Kommunikation gut unterstützen, aber es ist in meinen Augen unwahrscheinlich, dass sie menschliche Trainer und interaktive Lernprozesse vollständig ersetzen werden. Menschen, deren Expertise, Erfahrungen sowie zwischenmenschliche Verbindungen und kulturelle Sensibilität bleiben entscheidend für eine erfolgreiche und angemessene Kommunikation in interkulturellen Kontexten.

Und falls Sie nun nach einem persönlichen Interkulturellen Training suchen, dann finden Sie hier unsere Angebote.

Weitere Artikel